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Zentrum für Geisteswissenschaft Straßburg bardon_tarot Die erste Tarotkarte nach Franz Bardon

„Du hast die Einweihung erlebt, bist ein Wissender. Was Dir, mein Sohn, durch Bild II und Bild V versprochen wurde, hast Du erhalten. Du hast hinter den Vorhang geschaut und die den Sterblichen unsichtbaren Reiche sind Dir erschlossen worden. Was eines Menschen Verstand fassen kann, ist Dir gezeigt worden. Die Tiefen der Gottheit jedoch sind unerforschlich und die Geheimnisse der Himmel unendlich. Du bist aber auf dem Wege. Schreite nun von Erkenntnis zu Erkenntnis, von einer guten Handlung zur anderen und Kraft auf Kraft wird in Dir werden. Nichts ist Dir vorenthalten worden, was Dir geoffenbart werden konnte. Du hast Antwort erhalten auf die Fragen, woher kommen wir, wohin gehen wir, warum leben wir. Es ist Dir durch die Bilder des Buches Thoth alles gezeigt worden. Außer diesen 21 Bildern gibt es nichts. Darüber hinaus noch etwas zu suchen, wäre Narrheit. Darum hat das letzte Bild die Nummer 0 und die Überschrift: „Der Narr“. Dieses Bild brauche ich Dir nicht zu erklären. Du kannst es ohne meine Hilfe deuten. Es zeigt Dir den Menschen, der seinen göttlichen Beruf verfehlt hat. Statt seine Fähigkeiten zu entwickeln und die Geister und Elemente zu beherrschen, trägt er unwissend die ihm verliehenen Gaben mit sich herum. Der Sack deutet darauf hin. Er stützt sich auf einen Stab – auf Kenntnisse, Überzeugungen, Lehren, die ihm weder helfen noch ihn stärken oder retten können, denn er schwankt mühsam durch den Sand der Wüste dahin, – dem Verderben entgegen; – das Krokodil lauert auf ihn. Die Leidenschaften, der Hund (Bild XVIII), denen er gefrönt, verfolgen ihn, und seine Blöße, seine Schande wird offenbar.


Der Oberpriester hob segnend die Hand und sagte feierlich:


»Wissen, Wollen und Wagen war immer die Richtschnur des Weisen.

Schweigen erhält die Kraft: es vernichtet sie eitles sich preisen.

Überall siehst Du Gesetze, Gesetze die ewiglich gelten;

Alles ist unten wie oben, hier wie in höheren Welten.

Gott ist einer und ewig, doch, zahllos sind seine Söhne,

Träger des Feuers, der Kraft, der Weisheit, Liebe und Schöne.

Aus dem Schoße der Gottheit in die Materie fällt,

sinkt unser ewiger Geist, um durch die sichtbare Welt,

um durch Leben und Sterben, unter Kämpfen und Qualen,

Heimzukehren zur Gottheit, aufwärts in heil’gen Spiralen.

Götter waren einst sterblich, sterbliche Menschen wie wir,

bis aus den sterblichen Menschen wuchsen die Götter herfür,

Bis aus den sterblichen Körpern strahlte das göttliche Licht,

und von dem Geist überwunden schwand das Erdengewicht.

Du aber geh’ nun, mein Sohn, gehe dem Lichte entgegen,

Schreite von Freude zu Freud’, schreite von Segen zu Segen.

Fliege zur Sonne, der Wahrheit, schaue sie an wie ein Aar,

Kehre zur Gottheit zurück, die Deine Seele gebar.“




Eine Einweihung im alten Ägypten, Woldemar von Uxkull




Tarot

Franz Bardon über das erste Blatt der Weisheit


„Vielen Lesern wird bekannt sein, daß Tarot kein Kartenspiel ist, das mantischen Zwecken dient, sondern ein symbolisches Einweihungsbuch, das die größten Geheimnisse symbolisch beinhaltet. Die erste Karte dieses Buches stellt den Magier vor, der die Beherrschung der Elemente verbildlicht und den Schlüssel zum ersten Arkanum, dem Geheimnis des unaussprechlichen Namens Tetragrammaton, dem kabbalistischen JOD-HE-VAU-HE bietet. Deshalb ist hier die Pforte zur Einweihung der Magier, und wie vielsagend und allseits anwendbar diese Karte ist, wird der Leser dieses Werkes selbst erkennen. In keinem bisher erschienenen Werk ist der wahre Sinn der ersten Tarotkarte so deutlich beschrieben worden, wie ich es in meinem Buche getan habe.“


Franz Bardon - Der Weg zum wahren Adepten

Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Welche Tiefgründigkeit, aber auch welche Logik sich hinter diesem Volksspruch verbirgt lässt sich zwar teilweise erfassen, wirklich offenbar wird sie aber nur dem strebenden, der seine Augen offenhält für das Walten und Wirken auf der Welt. Richtig wäre es zu sagen: „Ein Bild ist tausend Gedanken.“ Vielen Lesern ist Tarot vorwiegend in Form von Kartenlegen und der daraus folgenden Weissagung bekannt. Dass es sich hierbei aber vorwiegend um einen symbolischen Ausdruck vom Walten und Wirken der Kräfte, sowohl im Makro sowie auch im Mikrokosmos, handelt, entzieht sich vielfach den Augen des Betrachters. Meiner Erkenntnis nach ist einer der Hauptgründe für die vielen verworrenen Interpretationen und Individuellen Anschauungen über Tarot, dass vielerseits alles so gerichtet wird wie es für Einen selber passt, wobei hierbei meistens der wirtschaftliche Faktor oder der Stolz als treibende Kraft im Hintergrund steht. Vielleicht oft auch, weil man anders nicht in der Lage ist diverse Dinge so zu erkennen und zu nehmen wie sie sind. Eine unbewusste Methode Dinge, zumindest in Ihrer groben Form, so zu gestalten das man dahinter liegendes überhaupt einigermaßen verstehen kann. Menschen schließen sich immer wieder Orden und Gesellschaften an welche ihre Gedanken in vielerlei Form weitergeben. Es ist traurig zu sehen wie viele Menschen ihr halbes Leben lang versuchen solche „Lehren“ als fundierten Lebensinhalt zu Rechtfertigen, am Ende jedoch Erkennen müssen dass das Fundament sehr wackelig ist. Vor allem in hermetischen Kreisen, welche sich meiner Meinung nach ja vorwiegend mehr Mühe geben sollten wahrheitsgetreue und fundierte Lehren zu publizieren, findet man immer wieder solche Fälle. Da gerade dort die Suchenden einen höheren Anspruch stellen. Mir ist bisher keine einzige öffentliche Publikation einer modernen „Hermetischen Gesellschaft“ bekannt welche in ihren Schriften, Bildern und Videos nicht ihre Verworrene Weltanschauung mit altem wissen Vermanscht. Geistig betrachtet ist das so als wie wenn man nicht mehr Deutsch und noch nicht Englisch sprechen kann. Das Analphabetentum lässt Grüßen, auch im geistigen Sinne. Die Umstände dass die Werke Bardon`s bald nicht mehr erhältlich sein werden, finden mitunter dort ihren Ursprung.


Vielerseits wird Tarot mit Philosophie auf eine Ebene gestellt und als Wahrscheinlichkeiten abgetan. Dem zu Folge kann man sagen Tarot sei Ansichts- und Auslegungssache. Was wiederum logisch betrachtet ein Widerspruch ist. Wer sich ernsthaft über die Symbolik und deren Zusammenhänge Gedanken macht, frei von Vorurteilen und bisherigen Anschauungen, wird erkennen dass es sich keineswegs um verworrene Malerei handelt. Sondern um ein logisches System, das symbolisch zum Ausdruck gebracht wird. Die „moderne Esoterik“ akzeptiert zwar Symboliken in vielerlei Varianten, sieht den Ring als Zeichen der Unendlichkeit. Die Schlange als Symbol der Weisheit. Ferner den Löwen als Leben. Der Symbolik des Buches Toth, dem Buch der Weisheit, wird aber jede Logik abgesprochen und immer wieder gibt es Versuche eigene Anpassungen vorzunehmen. Vielfach fällt dabei garnicht auf dass sich Grundgesetze nicht ändern lassen. Was wir ja auch täglich in der Natur beobachten können. Wer sich über die Kraft eines Symboles bewusst werden möchte, halte einigen Menschen ein Hakenkreuz vor die Nase und er wird sehen was damit im Menschen bewirkt werden kann. Von Abscheu bis Demut. Natürlich kann man hier jetzt Argumentieren, das Hakenkreuz wurde als Symbol Missbraucht und die Menschen verknüpfen das Geschehene mit dem Anblick des Bildes. Zurecht. Aber blicken wir noch ein wenig weiter hindurch durch solche Bildnisse, Symbole und Darstellungen, so erkennt man dahinter eine Kraft, einen Willen, Ideale und Wünsche, Vorstellungen. Die Macht der Gedanken. Wir sehen hier nichts anderes als etwas geistiges bildlich dargestellt. Es ist der Gedanke aufs Papier gebracht der die Gesetze bestimmt!


Einer wichtigen Irrmeinung möchte ich hier noch entgegen wirken und darauf aufmerksam machen das Farben an sich keine Schwingungsträger sind. Schwingungsträger sind Metall, Steine etc.. Farben Reflektieren oder Wandeln oder Leiten um. So schützte sich z.B. Napoleon bei wichtigen Entscheidungen vor schädlichen Einflüssen in dem er sich mit Grün bekleidete.


Ich hoffe ich konnte dem Einen oder Anderen Leser hier einen bescheidenen Denkanstoß geben, welcher für die Erkenntnis des Walten und Wirken das uns umgibt, unumgänglich zu seien scheint. Die Weitläufigkeit der Symbolik spiegelt sich allgemein in unserem Leben sehr oft wider. Ob in der Runenkunde oder ob in symbolischen Darstellungen von Heiligen und dergleichen. Das alles ist ein symbolischer, logischer Ausdruck des jeweiligen Geistes hinter der Sache. Franz Bardon meinte mal „alles was existiert braucht einen Namen“. Ergänzend kann man beifügen „… und findet seinen bildlichen Ausdruck im Stoff und im Geist.“


Gott ist Geist und lässt sich auch nur durch geistige Mittel erforschen. Der Weg dorthin führt über die Beherrschung des Stoffes.


Straßburg am 01.05.2019

- S.A.


amor correctionis (besserung der liebe willen)

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