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Zentrum für Geisteswissenschaft Straßburg

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Die Sphinx


Die Religionen folgen auf Erden einander, die Geschlechter vergehen, und die Letztgekommenen vermeinen in ihrem Stolz, die Kenntnisse des Altertums verlachen zu können. Über allen Sekten, über allen Streitigkeiten, über allen Irrtümern richtet sich unbeweglich die Sphinx auf und hält den Unwissenden, die die Wissenschaft lästern, ihr verwirrendes „Was bin ich?“ entgegen. Die Tempel können zerstört werden, die Bücher verschwinden – die von den Alten erworbenen hohen Kenntnisse können gleichwohl nicht vergessen werden. Die Sphinx bleibt, und das genügt.


Symbol der Einheit, fasst in sich die fremdartigsten Formen zusammen.

Symbol der Wahrheit, zeigt sie den Grund aller Irrtümer gleichfalls in ihren Kontrasten.

Symbol des Absoluten, offenbart sie den Rätselhaften Vierer.


Meine Religion allein ist wahr!  Ruft der christliche Fanatiker. Die Eure ist das Werk eines Betrügers!  Meine allein kommt von Gott!  Erwidert der Jude. All eure heiligen Bücher sind Nachbildungen unserer Offenbarung!  Versetzt der Hindu. Alle Religionen sind Lüge!  Nichts existiert außer der Materie!  Die Prinzipien aller Kulte kommen von der Betrachtung der Gestirne!  Die Wissenschaft allein ist wahr!  Behauptet der moderne Gelehrte. Und die Sphinx richtet sich über allen Erörterungen auf, unbeweglich, Zusammenfassung der Einheit aller Kulte, aller Wissenschaften. Sie zeigt dem Christen den Engel, den Adler, den Löwen und den Stier, diese Begleiter der Evangelisten. Der Jude erkennt in ihr das Traumbild des Juden Ezechiel wieder. Der Hindu die Geheimnisse des Adda-Nari. Und dem  modernen Gelehrten vergeht die Geringschätzung, wenn er unter all diesen Symbolen die Gesetze der vier Elementarkräfte: Licht-Wärme-Elektrizität-Magnetismus wiederfindet.


Unentschlossen über seinen Weg im Leben, wendet sich ein angehender Initiierter fragend an die Sphinx, und die  Sphinx spricht: „Betrachte mich! Ich habe ein Menschenhaupt, darin der Sitz des Wissens, wie dir`s die Ornamente des Eingeweihten anzeigen, die es verzieren. Das Wissen führt meinen Weg im Leben, aber für sich alleine ist es eine schwache Hilfe. Ich habe Löwenkrallen an meinen vier Gliedern; ich bin zur Tat gerüstet, ich mache mir nach rechts und links, nach vorwärts und rückwärts Platz.  Nichts widersteht der vom Wissen geführten Kühnheit.


Aber diese Tatzen sind nur so fest, weil sie auf meine Stierflanken gepfropft sind. Wenn ich einmal eine Tat in Angriff genommen habe, so verfolge ich arbeitsam, mit der Geduld des Rindes, das die Furche zieht, mein Ziel. In Augenblicken der Schwäche, wenn mich Entmutigung überfallen will, wenn sich mein Kopf nicht mehr stark genug fühlt, um mein Sein zu lenken, entfalte ich meine Adlerflügel. Ich erhebe mich ins Reich der Intuition, ich lese im Herzen der Welt die Geheimnisse des universellen Lebens, dann kehre ich zurück und setze schweigend mein Werk fort.









In diesem Symbol Sphinx zeigen sich zwei große Gegenüberstellungen.


Vorn: Der Kopf (das Wissen) in Gegenüberstellung zu den Klauen (die Kühnheit).

Hinten: Die Flanken (Arbeit), gleichfalls in Gegenüberstellung zu den Klauen (der Kühnheit).

Zwischen beiden steht die Intuition (Flügel), die sie regelt.


Die betätigte KühnheitVordertatzenwird sich Wirksam erweisen, wenn das Wissen sie immer genügend beherrscht, um sie zu führenKopf. Die Kühnheit im Studium Hintertatzenwird von Erfolg gekrönt sein, wenn sie sich von Arbeit und AusdauerStierflankenleiten lässt.


Endlich müssen Exzesse im Tun und Studieren durch den Gebrauch der EinbildungskraftAdlerflügelgemäßigt werden.


Eine andere Gegenüberstellung wird sichtbar: die von Oben und Unten, durch die Mitte in Harmonie gebracht.



Mein Kopf Meine Pranken

Meine Flanken

Meine Flügel  

empfehlen dir

Das Wissen

Das Wagen

 Das Wollen

Das Schweigen

Folge meinen Ratschlägen, und das Leben wird dir recht und schön erscheinen!“



„Die Menschenstirn der Sphinx spricht von Gedanken,

Die Brust von Liebe, und von Kampf die Pranken,

Traum, Hoffnung, Glaube wohnen in den Schwingen,

Der Stierleib rät geduldiges Vollbringen.


Kannst du dich wehren, glauben, lieben, schaffen,

Vermögen Sorgen dich nicht hinzuraffen,

Will nur dein Herz, versteht nur klar dein Geist,

Bist König du, dem Thebens Krone gleißt.“

(Eliphas Levi)

Kopf





Flügel





 Flanken


Klauen



Klauen

Oben:

Kopf  -  Flügel

Mitte:

Stierflanken

Unten:

Vordertatzen  -  Hintertatzen

Oben sitzen Wissen und Imagination, unten Betätigung, Betätigung im Wissen (Vordertatzen), Betätigung in der Einbildungskraft (Hintertatzen).

Die Theorie soll die Praxis immer beherrschen und leiten; wer die Wahrheiten der Natur lediglich durch materielles Experiment entdecken will, gleicht einem Mann, der seinen Kopf zur Betätigung seiner Glieder entbehren kann.


Keine Theorie ohne Praxis

Keine Praxis ohne Theorie

Wir werden das aktive Vorn der Sphinx mit einem senkrechten Balken bezeichnen, das passive Hinten mit einem waagrechten Balken, und werden folgende Figur bekommen:

Keine Theorie

Keine Praxis

ohne Arbeit.

Vorn Menschenkopf

=

Aktiv  +

+ Vordertatzen

=

Aktiv  -

Hinten Adlerflügel

=

Aktiv  +

- Hintertatzen

=

Passiv  -

Mitte  Zwischen den beiden und sie  verbindend die

8 Stierflanken

=

Neutrum  8

Das ist es, was uns die Sphinx weiter sagt. Fassen wir all das nach den soeben gefundenen Hinweisen in seiner Figur zusammen.

Dies eine weitere Bedeutung der Sphinx.



Gérard Encausse, Die Grundlagen der okkulten Wissenschaft




Oder zusammengefasst:

Figur der Sphinx - www.lucis.at

Diese letzte Figur zeigt uns die Gesetze der von der universellen Kraft ausgesandten Elementarkräfte an.