Hermetik - Runen - Kabbalah - Magie - Esoterik  |||  © 2006 - 2023 - www.lucis.at

mail: sa@lucis.at

Zentrum für Geisteswissenschaft Straßburg

Die sechs Nebenübungen der Geistesschulung nach Rudolf Steiner:


Sehr geehrter Herr Rüggeberg.


Ich hoffe es geht Ihnen soweit gut. Ich Wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen alles Gute im Neuen Jahr.


Ich möchte auf Grund dessen dass mir dieses Thema erneut untergekommen ist gerne eine kurze Stellungnahme abgeben bzw. den angeblichen Fehlern in den Werken Franz Bardons.


Zu den Behauptungen bzgl. den Fehlern im 2ten und 3ten Werk Bardons kann ich soweit nicht viel sagen, da mir hier die praktische Kenntnis fehlt um dies auch wirklich beurteilen zu können. Gehe aber auf Grund der eigenen Lebenserfahrung, welche ich durch die Werke Bardons vorwiegend positiv erleben durfte, davon aus das auch diese ihre Richtigkeit haben.


Ich weiss dass sich viele Menschen gerne profilieren und in diverse Themenbereiche hineinphilosophieren was das Zeug hält. Auch wenn sie es manchmal noch so gut meinen. Leider finden meiner Erfahrung nach die Werke Bardons in den öffentlichen esoterischen und hermetischen Kreisen so gut wie keinen Anklang. Namhafte hermetische Gruppierungen sowie diverse Einzelpersonen haben hier anscheinend Ihre Schäfchen gut im Griff. Die Interessen gehen vielfach dahin den Namen Bardons uninteressant für den angehenden Schüler zu machen und/oder mit dessen Namen direkt oder indirekt wirtschaftliche Interessen zu wahren oder zu verfolgen.


Ich besitze noch die Ausgabe des „Weg zum wahren Adepten“ vom Bauer Verlag. Grundsätzlich hat sich für mich bisher nichts bestätigt was als Falsch angekündigt wurde. Alles was bisher an mich als angebliche Fehler herangetragen wurde, hat sich durch eigenes Nachdenken quasi in Luft aufgelöst. Da viele angehende Hermetiker oft nicht wirklich einen Bezug zur Physik haben möchte ich, falls noch nicht bekannt, gerne zur Info eine Erläuterung Abgeben bzgl. dem Fehler welchen Bardon in Bezug auf die Atmung gemacht haben soll.


Dies ist meiner Einschätzung nach einer der Kernpunkte in Sachen „das Bardon System sei nicht zeitgemäß“ da solche Behauptung auch für einen Laien ganz einfach Nachzuvollziehen ist, da ja heute fast jeder weiss was wir Ein- und Ausatmen, auch wenn ihm das weitere vertiefte Wissen dazu fehlt. Alle Aussagen über irgenwelche komplexen Vorgänge im Unterbewusstsein, der Genien usw. sind für einen angehenden Schüler nicht wirklich nachvollziehbar und Anfangs eher irrelevant. Ein Wink, Bardons Werk als veraltet hinzustellen, in dem man das Beispiel bringt Bardon wusste zur damaligen Zeit nicht mal wie die Atmung funktioniert, genügt oft schon um einen Interessenten im wahrsten Sinne des Wortes auf diverse andere Schriften umzulenken. Ein Otto-Normalbürger hat dem nichts entgegenzusetzen, findet dies sogar in den modernen Medien als bestätigt. Sucht man im Internet nach Franz Bardon stößt man auch auf die „Franz Bardon Research“ Webseite. Herr Paul Allen fragte sich hier ja mal wie man zur damaligen Zeit noch immer so einen Unfug veröffentlichen kann (leider noch immer Online zu lesen).


Hier der oft zitierte Auszug aus dem Weg zum wahren Adepten:


„Der Magier muß selbstverständlich mehr wissen als nur das, daß er Sauerstoff mit Stickstoff einatmet, was die Lunge absorbiert und als Stickstoff ausatmet.“


Hierbei sind keine Korrekturen notwendig. Die Aussage Bardons ist aus physikalischer sowie medizinischer Sicht durchaus richtig. Die Lunge absorbiert in chemischer Form vorwiegend den Sauerstoff. Als Verbrennungsprodukt in dem Sinne bildet sich Kohlensäure, welche später als CO² gasförmig aus dem Körper ausgeschieden wird (ca. 4%). Feinstofflich betrachtet wirken alle Gase auf den Körper. Gase können zwar Inert sein, das heisst aber nicht das diese keine chemische Verbindung eingehen, sondern lediglich das diese eher "Träge" ist. Die Kritiker beziehen sich darauf das der Stickstoffanteil beim Ausatmen gleich bleibt und lediglich Kohlenstoffdioxid als Verbrennungsprodukt vom Sauerstoff ausgeatmet wird. Tatsächlich steigt der Volumenanteil des Stickstoffes, welcher beim Einatmen rund 79 Prozent beträgt um weitere 4 Prozent. Der uns bekannte Stickstoff sowie alle weiteren Edelgase in der Atemluft, auch CO², sind erstickende Gase (Stickstoffe). Weder CO² noch Argon oder Helium usw. können getrennt von Sauerstoff  geatmet werden. Fachlich bezeichnen wir diese Gase als Inertgase. In der Taucherei z.B. wird der Sauerstoff in gewöhnlicher Luft mit einem Anteil von ~21% ab einer Tiefe von ca. 66m toxisch für das zentrale Nervensystem, daher werden Gase wie Helium-Sauerstoff Gemische udgl. angewendet um diesen Problemen, je nach Umgebungsdruck, entgegen zu wirken bzw. dem Menschen das Überleben in solchen Tiefen zu ermöglichen.


Auf Grund dieser „Gas-Forschung“ hat man sehr viel Erfahrungen über das Verhalten von Inertgasen. Hauptsächlich wirken diese Sensibilisierend bis Betäubend. Auch hier ist die Zuordnung Bardons von Stickstoff zum Wasserelement eindeutig auch im materiellen Sinne Messbar und schlüssig. Auf Grund dieser Kenntnisse werden z.b. alle Gase in der Atemluft, außer dem Sauerstoff, in den Berechnungen einheitlich als Stickstoff bewertet. Man rechnet also nicht mit ~ 78%, sondern 79% Stickstoff in der Einatemluft und 83% in der Ausatemluft (78% Stickstoff, 1% Edelgase, 4% CO² = 83% Stickstoffe).


Da ich selber Berufstauchlehrer bin und am staatlichen Sektor auch Forschungs- und Ingenieurtaucher sowie Taucher diverser Sonderkommandos Unterrichte, denke ich dürfte meine Anmerkung in ein auch für den Hermetiker ernstzunehmendes Licht rücken.


Das Studium des Verhaltens diverser Gase birgt bei einer hermetischen Betrachtungsweise viel brauchbares in sich. So gibt es z.B auch eine Analogie zu den Angaben R. Steiners bzgl. der Pflanzenwelt. Hier heisst es das der Stickstoff dort für die nötige Sensibilisierung sorgt, damit die Pflanzen auf die äußeren Einflüsse entsprechend reagieren können. Das selbige findet sich beim Menschen. Erhöht man die Konzentration des Stickstoffes im Sinne des Partialdruckes so treten ab einem Stickstoffpartialdruck von ca. 3,12bar wesentliche Änderungen in der Wahrnehmung auf (Veränderte Farbwahrnehmung, optische sowie akustische Haluzinationenen, Euphorie, usw.).


Bardon hat nicht ausführlich, aber richtig Beschrieben. Ich z.b. verwende eine solche Art zu schreiben z.B. in meinen Lehrunterlagen um zum Nachdenken anzuregen. Nur so können wir auf diesem Ausbildungsniveau die Spreu vom Weizen trennen. Vielleicht rührt dies auch daher?


 


Mit freundlichem Gruß

S.A.