||| © 2006 - 2017 - www.lucis.at

FRABATO  HERMETICA

mail: sa@lucis.at

Zentrum für Geisteswissenschaft Straßburg

Die Macht der Gedanken


Alles was der Mensch tut, basiert auf zwei Grundeigenschaften. Auf Wahrnehmung und Denken. Obwohl viele Menschen (nicht nur Esoteriker), ein gewisses System und Zusammenhänge zwischen den Gedanken, namentlich der Macht der Gedanken, und dem alltäglichen Leben erkannt haben, ist dies in der Regel nur eine Oberflächliche Erkenntnis. Es ist allgemein oft zu beobachten dass viele Menschen sich bereits mit kleinen Erkenntnissen schnell zufrieden geben und demzufolge nicht noch weiter Hinterfragen oder sogar Polaritäten in Betracht ziehen. In Zusammenhang mit einem launischen Charakter kann dies Erfahrungsgemäß manchmal ein belustigendes Schauspiel ergeben. Bezüglich des Erkennens diverser Zusammenhänge und dem Denken, möchte folgend ich ein kurzes Beispiel anführen.


Ein Geschäftsmann predigt seinen Mitarbeitern stetig das man Gewisse Dinge, Ziele, fokussieren, sich Gedanklich darauf konzentrieren muss und dann tritt oft der gewünschte Erfolg ein. In weiterer Folge ist einer der Mitarbeiter, der diesen Ratschlag beherzigt und sich auf ein gutes Geschäft einstellt, dabei über einen längeren Zeitraum ein Geschäft abzuschließen, welches aber zum Ende hin immer mehr Schwierigkeiten aufbringt und am Ende nicht den erwünschten, vom Mitarbeiter fokussierten Erfolg eingebracht hat. Die Folge daraus ist, dass die besagte Person irgendwie den Glauben an dieses „Fokussieren“ verloren hat und mit einem gewissen Misserfolg behaftet ist. Was ist passiert? Der vorgesetzte Geschäftsmann, der dem Mitarbeiter den Ratschlag der Fokussierung gegeben hat, hatte im Grunde schon Recht mit seinem Rat, seiner Erkenntnis bzgl. der Macht der Gedanken, hat aber dabei nicht das Gesetz der Polaritäten berücksichtigt. Das heißt dass die Kraft eines Gedanken nicht von dessen Inhalt abhängig ist, sondern vorwiegend vom Willen. Der Vorgesetzte hat zwar dem Mitarbeiter einen guten Ratschlag gegeben, hat sich aber im Hintergrund schon über längere Zeit schlimme Szenarien ausgemalt, durch Misstrauen schon ein Scheitern des Geschäftes vor Augen gehabt. Was im Grunde gesehen dem positiven Denken des Mitarbeiters entgegenwirkte. Ein fokussierter Gedanke auf eine Sache nimmt keine Rücksicht darauf welches Ergebnis dabei rauskommt. Gleich ob Gedanken positiver oder negativer Art.


Ich denke dieses Beispiel dürfte für viele Leser nachvollziehbar und im alltäglichen Leben sehr oft zu beobachten sein. Da eine gesunde Erkenntnis immer einen gesunden Geist und demnach ein gesundes Denken voraussetzt, ist es nicht gerade verwunderlich dass diese Thematik bei jedem guten Okkultisten in seinen Werken in vielerlei Formen immer wieder angeschnitten wird. Hier stellt sich auch wieder die Frage, in wie fern es notwendig ist stundenlang über Wahrscheinlichkeiten zu philosophieren oder ob es nicht ratsamer ist sich mit der Logik, also den Zusammenhängen des Denkens, zu befassen und darüber zu Meditieren. Auf die Frage „Was ist Denken?“ meint Franz Bardon: „Denken ist Qualität und Quantität. Es teilt sich in normales Bewusstsein, dass ist der aktive Teil, und das Unterbewusstsein, das ist der passive Teil. Das Bewusstsein und das Unterbewusstsein enthalten die Qualitäten des Denkens, deren Quantität durch Kraftanstrengung gesteigert wird.“ Eine unabänderbare Logik steckt hinter dieser Aussage. Also ein Gedanke besteht immer aus Qualität und Quantität. Die Qualität ist der Inhalt. Also ein guter oder schlechter Gedanke. Die Quantität ist die Kraft die in diesen Gedanken gelegt wird und mit der er sich äußert. Was wiederum von der Intensität, der Wiederholung, und der Willenskraft abhängt. Nun steht die Frage im Raum, was ist ein Guter und was ein schlechter Gedanke!? Aus dem Blickpunkt der philosophischen Wahrscheinlichkeiten könnte man darüber Stundenlang diskutieren. Aus dem Blickpunkt der Metaphysik, der Magie, die ja das Wirken der Kräfte in seinem Ursprung beschreibt, verfolgen wir aber ein praktisches Denken, also die Logik hinter der Sache. Demnach kommen wir zur Erkenntnis dass der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Gedanken in seiner Auswirkung an Sich liegt. Ein guter Gedanke führt immer zu höherem, sich entwickelndem, ein negativer Gedanke der Polarität nach ins absteigende, dem hinderlichen. Man braucht also immer nur beobachten welche Auswirkungen ein Gedanke hat und man wird mit der Zeit schon selber ganz gut Erkennen was ein guter und was ein schlechter Gedanke ist. Dieses Prinzip können wir allgemein im Leben sehr erfolgreich anwenden. Ob ein Mensch sozial oder asozial handelt zeigt sich immer darin wohin eine Sache führt und was sie mit sich bringt.


Weiter heisst es bei Bardon: „Die aktiven Gedanken äußern sich positiv im normalen Bewusstsein, und die negativen Gedanken äußern sich im Unterbewusstsein. Zum Unterscheidungsvermögen aller Gedanken, positiver und negativer, müssen wir auf dem Wege der täglichen Introspektion (Selbsterkenntnis - S.A.) Gelangen, gemäß der vier Elemente und ihrer Polarität. Die negativen Gedanken können wir nur durch den Kampf mit ihnen bewältigen und zwar auf viererlei Art:


1. Durch festen Willen, Willenskraft, dadurch dass wir ihr Wirken vernichten

2. Durch Transmutation, indem wir die negativen Gedanken in aktive (positive Gedanken gegenteiliger Bedeutung umwandeln.

3. Auf passive Art. Wir lassen die negativen Gedanken durch unseren Sinn laufen, ohne sie zu beachten, bis sie verschwinden.

4. Durch Autosuggestion“


Zur Stärkung des Willens und der Bekämpfung der schlechten Gedanken und den jeweiligen Charaktereigenschaften finden wir bei Bardon, Karl Brandler Pracht, usw. genügend praxisbezogene Ansätze und Anleitungen. In punkto Charakterkunde ist zudem das Werk von Dieter Rüggeberg, Hermetische Psychologie und Charakterkunde, sehr empfehlenswert. Die Richtigkeit dass sich negative Gedanken im Unterbewusstsein äußern, zeigt sich unter anderem in den Alpträumen.


Eduard Bulwer-Lytton erzählt in „Das Haus des Zauberers“ von einem Gespräch eines Hermetikers mit einem Schwarzmagier:


Hermetiker: „Wie weit kann sich der menschliche Wille bei gewissen Temperamenten ausdehnen?“

Schwarzmagier: „Wie weit sich der Gedanke erstrecken könne? Denken Sie und bevor Sie Atem schöpfen sind Sie in China.“

Hermetiker: „Ganz wahr, aber mein Gedanke hat keine Macht in China.“

Schwarzmagier: „Geben Sie ihm Ausdruck und er wird sie haben! Schreiben Sie einen Gedanken nieder, früher oder später wird er die ganze Verfassung Chinas umgestalten. Ist ein Gesetz nicht ebenfalls ein Gedanke? Der Gedanke ist unendlich und darum hat er Kraft; nicht im Verhältnis zu seinem Wert - denn ein böser Gedanke kann ebenso wohl ein schlechtes Gesetz hervorbringen, wie ein guter Gedanke ein gutes.“


In dem von mir oben erwähnten Beispiel fällt auch das Wort Glaube. Hierzu noch ein paar Worte von Franz Bardon: „Der Glaube ist eine Qualität, dessen Grundlage es ist, dass wir allgemein an die Existenz Gottes glauben, oder an irgendetwas anderes. Die Quantität eines manifesten Glaubens ist eine Kraft, die sich in absoluter und felsenfester Überzeugung so äußert, dass das, an was wir glauben, unbedingt zur Wirklichkeit wird. Der Glaube als Kraft ist eine Ergänzung, das gebärende Organ des impulsiven Teiles des Willens. Der manifestierte Glaube ist der höchste Aspekt des Akashaprinzipes.“



Ich hoffe ich konnte dem Einen oder Anderen Leser hier ein paar Denkanstöße geben die förderlich zur jeweiligen Entwicklung beitragen.


Mit freundlichem Gruß

S.A.