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Zentrum für Geisteswissenschaft Straßburg

Über das Denken


Der denkende Mensch ist bewußt oder unbewußt ein mächtiger Baumeister, der seine Bausteine, die Gedanken, ausgezeichnet verwenden muß, wenn er nicht befürchten will, daß sein Bau nicht gelingt oder gar einstürzt. Die kleinste Forderung ist aber dabei, daß er seine Bausteine auch gründlich kennt. Jeder Gedanke ist im Grunde ein Bild, ein Modell aus plastischem, ätherischem Stoff, nach welchem sich dann das dichtere Bild aus grobem Stoff formt, so wie unser fluidischer Körper als Modell für den physischen Körper dient. Der Gedanke ist ein noch zarteres Element als der fluidische Körper, da der Gedanke diesen beeinflußt, führt und formt. Besonders wirksam sind Bilder, wirkliche Bilder optischer Natur. Durch Bilder verwirklicht sich jeder Gedankenvorgang. Das Denken besteht aus einer Reihe fortschreitender Bilder, welche zusammen zu einer Handlung führen können. Der Gedanke ist also die erste Tat, und jeder sollte sich der Verantwortung bewußt sein, die er durch sein Denken auf sich nimmt. Es können willkürlich Kräfte in Bewegung gesetzt werden, deren Abbremsung oft die Fähigkeiten übersteigt. Denkt der Mensch Unheil, wird das Unheil in die Welt der Wirkung eingereiht, und einmal wird es sich irgendwie verkörpern. Entweder im Urheber selbst entsteht eine schlechte Denkgewohnheit, welche früher oder später zur schlechten Tat die Kräfte erhält, oder aber dieses Gedankenübel beeinflußt andere Menschen, die vielleicht dann das Unheil in die Tat umsetzen. Zum Schlusse aber kehrt alles zum  Urheber zurück, denn die Welt ist ein geschlossener Kreis, und der Mensch ist ein Schütze, der, ohne es zu ahnen, mit allen seinen guten und schlechten Pfeilen gegen sich selber schießt. Bedenke dieses in Zukunft bei jedem deiner Gedanken.


Dr. Georg Lomer - Lehrbriefe zur geisteswissenschaftlichen Selbstschulung