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Zentrum für Geisteswissenschaft Straßburg

Swami Sivananda Sarasvati

über die Voraussetzungen für den Yoga Weg


In Unkenntnis seiner wahren göttlichen Natur sucht der Mensch vergeblich Glück in den vergänglichen Gegenständen dieser trugvollen Sinnenwelt. In dieser Welt ist jeder Mensch voller Unruhe, Unzufriedenheit und Unbefriedigtheit. Er fühlt, daß ihm etwas fehlt, aber er weiß nicht, was es in Wirklichkeit ist. Er sehnt sich nach Ruhe und Frieden und empfindet, daß er selbst bei der Erfüllung seiner ehrgeizigsten Ziele ihrer Bedarf. Weltliche Macht wird ihm zu Trug und Fallstrick, sobald er sie in den Händen hält. Zweifellos bringt sie ihm kein Glück. Er kann akademische Würden, Diplome, Titel, Ehren; Einfluss, Namen und Ruhm erlangen; er kann Kinder haben und alles, was ihm zum Glück notwendig erscheint. Und doch findet er weder Frieden noch Ruhe.


Schämt ihr euch nicht, den gleichen Vorgang des Essens, Schlafens, Sprechens immer von neuem zu wiederholen? Seid ihr nicht übersättigt von den Trugbildern der Maya?  Habt ihr auch nur einen wirklichen Freund in dieser Welt? Gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen einem Tier und der sogenannten Menschenwürde eines vom Verstand aufgeblähten Menschen, sofern dieser nicht täglich in der geistigen Übung zur Selbstverwirklichung voranschreitet? Wie lange noch will der Mensch Sklave bleiben seines Körpers und seiner Sinne, Knecht der Frauen und Leidenschaften? Pfui über diese elenden Kreaturen, die in Schmutz verkommen und ihrer wahren Atman-Natur, ihrer verborgenen Kräfte nicht bewusst sind!


Die sogenannten gebildeten Menschen haben das Sinnesleben nur verfeinert. Sinnliche Freude aber ist überhaupt keine Freude, denn die Sinne täuschen dich in jedem Augenblick. Freude, die mit Leid, Kummer, Angst, Sünde und Krankheit gemischt ist, ist keine wirkliche Freude. Glück, das von vergänglichen Gegenständen anhängt, ist kein Glück. Stirbt deine Frau, weinst du. Verlierst du Geld oder Besitz, übermannen dich Sorgen. Wie lange willst du in solch elendem, erniedrigendem Zustand verharren? Wer sein kostbares Leben mit Essen, Schlafen und Schwätzen ohne geistige Schulung vergeudet, ist nicht viel mehr als ein Tier.


Unwissenheit, Täuschung, Verblendung der Liebe und Anziehung lassen die wahre Natur des Seins, das Ziel des Lebens vergessen. Ziellos wird der Mensch von den zwei Strömen der Anziehung und der Abstoßung hin und her gerissen. Er ist durch Egoismus, unbewusste  Eindrücke, durch Begierden und Leidenschaften aller art dem Kreislauf von Tod und Wiedergeburt verfallen.


Der Mensch sucht ewige, unabhängige und unendliche Glückseligkeit, die er allein in der Selbstverwirklichung erreichen kann. Nur um dieses Zieles willen hat er seinen Körper angenommen. Schnell vergehen die Tage. Es heißt sie nicht vergeuden.


„In dieser Welt bist du durch Begierden, Handlungen und mancherlei Angst gebunden. Darum weißt du nicht, daß dein Leben sich langsam auflöst und vergeudet wird. Wache auf, wache endlich auf!“


Erwache, öffne die Augen! Beginne sorgfältig deine geistige Schulung und vergeude keinen Augenblick. Viele Yogi, Mystiker, Dattatreya, Patanjali, Christus, Buddha, Gorakhnath, Matsyendranath, Ram Das und andere sind den geistigen Weg gegangen und haben durch Sadhana Selbstverwirklichung erlangt. Folge stillschweigend ihren Lehren und Unterweisungen. Mut, Kraft, Macht, Weisheit, Freude und Seligkeit sind das göttliche Erbteil des Menschen, sein Geburtsrecht. Durch geistige Übungen muss er es sich erwerben und sich selbst befreien. Gurus und Lehrer werden ihm den geistigen Weg weisen, Zweifel und Sorgen nehmen und ihm den Atem des Geistes eingeben.


Den Weg muss er selbst gehen, Schritt für Schritt. Ohne nachzulassen muss er die geistigen Übungen ausführen, um sich von Tod und Geburt zu befreien und sich der höchsten Seligkeit zu erfreuen.