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Zentrum für Geisteswissenschaft Straßburg - Der Yoga Weg - Rudolf Steiner über Yoga - Swami Sivananda Sarasvati - Kundalini-Yoga - Die Sechs Nebenübungen - Franz Bardon - Brahma und Shakti - Aksese - Konzentration - Ojas - Swami Sivananda über Studienzeit

Swami Sivananda Sarasvati

Über Yoga


Einigen Lesern dürfte bekannt sein dass Yoga an Sich eine der ältesten Wissenschaften ist, die es dem Menschen ermöglicht sich zu vervollkommnen. Das Yoga wie wir es aus dem alltäglichen Leben kennen hat zwar ebenso seine Berechtigung, spiegelt in seinem Inhalt aber nicht das wider was dem wahrhaft um Erkenntnis strebenden Interessiert. Er weiss, das ihm das bloße einnehmen diverser Körperstellungen nicht den gewünschten Erfolg bringen kann. Bei Franz Bardon heisst es: „Die indische Yogalehre empfiehlt und beschreibt im Kapitel über Asanas eine genügende Anzahl solcher Positionen und stellt in Aussicht, daß man durch Beherrschung derselben verschiedene okkulte Kräfte gewinnen kann. Ob gerade nur durch Körperhaltungen (Asanas) diese Kräfte ausgelöst werden, bleibt dahingestellt. Für unsere magische Entwicklung benötigen wir eine Körperhaltung, ganz gleich welche; die einfachste ist die vorhin angeführte. Sie dient dazu, den Körper zu beruhigen und die Willenskraft zu stärken. Vor allem der Geist und die Seele benötigen nämlich ein störungsfreies Arbeiten seitens des Körpers, was noch in weiteren speziellen Übungen eingehend beschrieben wird.“ Bardon deutet hier darauf hin das Körper, Seele und Geist gleichrangig geschult werden müssen. Dazu gehört nicht nur die Beherrschung des Körpers, sondern auch Beherrschung von Seele und Geist. Wobei sich alle Eingeweihten einig sind. Ein Wort das in Verbindung mit Yoga sehr oft fällt ist die Meditation. Manche Leute können ihre Gedanken keine Minute lang unter Kontrolle bringen und rühmen sich dennoch mit ihren Meditations erfolgen. Die Grundlage der Meditation ist die Konzentration. Das heißt man muss lernen seine Gedanken gezielt auf einen inneren Punkt oder ein äußeres Objekt zu fixieren. Verlässliche praktische Angaben dazu findet der Interessierte Leser z.B. in den Werken von Franz Bardon und Karl Brandler-Pracht. Swami Sivananda Sarasvati schreibt dazu: “Man sollte sie täglich üben (die Konzentration – S.A.), nachdem man zunächst sein Bewusstsein durch die Übung der rechten Haltung gereinigt hat. Ohne Reinheit der Gedanken ist Konzentration nutzlos. Es gibt Okkultisten, die die Kraft der Konzentration besitzen. Ihr Charakter aber ist von geringerem moralischem Wert. So werden sie auch nicht den geringsten Fortschritt im Geistigen erreichen.“  Wer seine guten sowie schlechten Charaktereigenschaften nicht kennt und diese beherrschen lernt, wird nur allzu enttäuscht sein, wenn er auf seinem geistigen Wege früher oder später nicht mehr weiter kommt. Jedes gute Einweihungssystem das die wahren Universal Gesetze lehrt, lehrt auch die Introspektion (Selbsterkenntnis). Ohne welche ein geistiger Aufstieg nicht möglich ist. Hierzu heißt es weiter: „Freiheit ist keine Ware, die man auf dem Markt kaufen kann, sondern ein verborgener Schatz. Eine Fünfköpfige Schlange bewacht ihn, die du überwinden musst.“ Der Mensch lässt sich treiben von seinen Sinnen. Diese sind es die ihn an die materielle Welt binden. Die Leidenschaften erwecken und ihr Gift bis ins tiefste Seelenleben spritzen. Die fünfköpfige Schlange (die 5 Sinne des Menschen) wacht über dem Schatz der Freiheit. Diese überwindet man aber nicht alleine dadurch dass man sich krampfhaft die Fähigkeit der Konzentration anzueignen versucht sondern vor allem dadurch das man Herr über sein Denken, Tun und Leben wird. Wer diesen Weg mit Erfolg beschreitet wird erkennen dass Yoga keineswegs mit dem bei uns weit verbreiteten materialistischen Yoga gleichzustellen ist. Die Universal Gesetze waren, sind und bleiben immer dieselben. Und daran ändert auch das modernste Denken nichts. Die Grundlage der Entwicklung ist noch immer die Beherrschung von Körper, Seele und Geist. Aus dem Yoga wird eben heutzutage leider oft viel mehr Geld geschöpft als Weisheit. Hier ist gesunder Menschenverstand gefragt, denn die größten Weisheiten bringt der Mensch ans Tageslicht, wenn er seinen selbstsüchtigen Zwecken nachgeht, seine schlechten Charaktereigenschaften rechtfertigt oder sich unentwegt in Ausreden flüchtet! Viele Gutgläubige Menschen fallen gerade solchen Betrügern zum Opfer die sich mit geheimnisvollen Worten umgeben und große Erfolge versprechen. Deshalb forsche, prüfe und rechne man bevor man alles unbeholfen hin nimmt.


Die Yoga-Kette besteht aus vielen Perlen die mit einem fast unsichtbaren Bande miteinander verbunden sind und zusammenhängen. Ein paar dieser Perlen befinden sich im Anhang. Ich wünsche dem Interessierten Leser ein erkenntnisreiches Studium.



Franz  Bardon über Yoga - Brahma und Shakti

Der Kenner anderer Einweihungssysteme wird eine gewisse Parallele mit meinem System finden, da ja alle Wege in der Wahrheit gleich sein müssen. Als Beispiel erwähne ich hier das indische, die Schlangenkraft betreffende Yoga System, das mit den von mir über die ägyptischen Mysterien angegebenen Systemen übereinstimmt. Beim Kundalini - Yoga wird der Schüler vom Guru dazu angehalten, über das Muladhara - Zentrum, das sich im Steißbein befindet, zu meditieren und daselbst Pranajama - Übungen zu machen. Wenn wir uns die Symbolik des Muladhara Zentrums näher ansehen, kommen wir darauf, daß dieses Zentrum die Form eines Viereckes in gelber Farbe hat, in dem sich ein rotes Dreieck befindet, dessen Mitte der Phallus - männliches Glied - dreieinhalbmal von der Schlange umwunden, einnimmt. Das Muladhara - Zentrum ist das erste, primitivste und grobstofflichste Zentrum das dadurch versinnbildlicht wird, daß eine Ecke ein Elefant mit der betreffenden Göttin ausfüllt. Diese symbolische Ausdrucksweise, in Indien Laya - Yoga genannt, ist so eindeutig wiedergegeben und bedeutet den Einweihungsschlüssel für die erste Stufe im Yoga. Dieses Zeichen wird verschiedentlich ausgelegt, aber die richtigste Erklärung ist die, daß das Viereck die Erde, das Dreieck die drei Spitzen oder Reiche - die grobstoffliche, astrale und mentale Welt - , der Phallus die Zeugungskraft Imagination - und die Schlange den Weg und das Wissen vorstellen. Daß das Erdprinzip aus vier Elementen besteht, ist dem Schüler schon bekannt und bedarf daher keiner weiteren Kommentare…


… Der Schüler des Yoga muß vor allem die drei Welten, die grobmaterielle, astral - seelische und mental - geistige, kennenlernen und beherrschen. Das Muladhara - Chakra ist demnach also nichts anderes als ein Einweihungsdiagramm und entspricht der ersten Tarotkarte. Auf eine solch klare Definition wird in Indien niemals direkt hingewiesen, und es bleibt dem Schüler überlassen, selbst darauf zu kommen, wenn er das Muladhara Zentrum beherrscht, d. h. die dem Muladhara – Diagramm entsprechende Entwicklung auf seinem geistigen Wege erreicht hat. Das Muladhara - Zentrum wird nicht umsonst das Brahma - Zentrum genannt, denn in diesem Entwicklungsstadium erkennt der Yoga - Schüler Brahma, also die Gottheit, in ihrer stabilsten Manifestation. Brahma ist das Ewige, Unerforschbare, Universale, Undefinierbare, das Stete und Ruhige, also der positive Teil. Brahma schafft nicht selbst aus sich heraus, sondern alles Erschaffene wird durch seine Shakti, das weibliche Prinzip, bewerkstelligt. Shakti stellt also im Muladhara - Zentrum die den Phallus umwindende Schlange dar, die sich der Schöpfungskraft des versinnbildlichten Phallus, also der Imagination, bedient. Über dieses Zentrum wäre noch so manches zu sagen, aber dem entwickelten Magier wird diese Andeutung genügen, um zu erkennen, daß es eine gemeinsame Parallele zwischen Religions - und Einweihungssystemen gibt. Imagination ist somit die Shakti - oder die Kundalinikraft, die der Magier systematisch entwickeln muß. Bei einem Rückblick auf unser ganzes zehnstufiges Entwicklungssystem kommt der Magier darauf, daß gerade diese Schöpfungskraft, diese Phalluskraft, also die Imagination und deren Ausbildung, die größte Rolle in der Entwicklung spielen. Die magische Körperschulung habe ich schon in der neunten Stufe beendet, so daß ich in diesem Kapitel nur noch über die Ausbildung einiger okkulter Kräfte spreche, die der Magier zwar nicht alle beherrschen muß, aber es darf ihm in seiner Entwicklung nichts verwunderlich sein, und für jedes okkulte Phänomen muß er die richtige Erklärung wissen.“